Konzept

Das Democracy Barometer ist ein neuer Demokratieindex. Es versucht, die konzeptionellen und methodologischen Schwächen bisheriger Demokratiemasse zu überwinden, um so die feinen Unterschiede in der Qualität von etablierten Demokratien messen und analysieren zu können.

Bisherige Demokratieindizes basieren mehrheitlich auf minimalistischen Demokratieentwürfen. Damit lassen sich zwar durchaus demokratische von nicht-demokratischen Regimen unterscheiden. Für die Bestimmung feiner Unterschiede hinsichtlich der Demokratiequalität eines Landes muss das Phänomen 'Demokratie' allerdings möglichst in seiner ganzen Komplexität erfasst werden. Der Democracy Barometer löst sich deshalb von rein minimalistischen Demokratievorstellungen und basiert auf einer Demokratiekonzeption mittlerer Reichweite. Er verbindet Elemente des liberalen und des partizipatorischen Modells und beleuchtet somit den Gegenstand Demokratie gleichzeitig aus unterschiedlichen Perspektiven.
Durch eine systematische und schrittweise Deduktion werden die zentralen Elemente einer Demokratie bestimmt und transparent gemessen. Ausgangspunkt bildet die Prämisse, dass demokratische Systeme eine Balance zwischen den interdependenten Werten 'Freiheit' und 'Gleichheit' herzustellen versuchen und sich dazu einem dritten demokratieinhärenten Prinzip bedienen: Kontrolle. Diese drei demokratischen Grundprinzipien und damit die Qualität der Demokratie werden durch die Erfüllung von neun Funktionen sichergestellt. Dieser Erfüllungsgrad wird anhand verschiedener Komponenten bestimmt, die ihrerseits durch Subkomponenten und geeignete Indikatoren gemessen werden (siehe auch Konzeptionalisierung und Codebuch). Die Auswahl der Indikatoren, die Bestimmung der Messniveaus und die Art der Aggregierung der Daten beruhen auf ausgewiesenen theoretischen Überlegungen und empirischen Tests (siehe auch Methodik).

demokratiequalität